Donnerstag, 19. April 2012

Review: Die Frau in Schwarz mit Daniel Radcliffe

Bei unserem Oster-Kinomarathon durfte sich jede von uns einen Film wünschen, bei mir war es "Die Tribute von Panem", Charlene hatte sich "Spieglein, Spieglein" gewünscht und bei unserer Mama war es eben "Die Frau in Schwarz" mit Daniel Radcliffe. Allzu begeistert waren wir zunächst nicht, denn Horrorfilme sind so gar nicht unser Ding. Bei Filmen, wo Gehirne und Gedärme gegessen werden und Blutfontänen aus den Stümpfen abgehackter Extremitäten meterweit schiessen müssen wir angeekelt wegschauen, aber die subtilen, psychologisch angehauchten Horrorfilme wie "The Others" mit Nicole Kidman finden wir noch viel unheimlicher, weil sie so echt wirken. "Die Frau in Schwarz" fiel schon allein wegen des Filmplakats eindeutig in die zweite Sparte und wir befürchteten uns so zu gruseln, dass wir in der Nacht nicht mehr würden schlafen können...
Story:
Arthur Kipps, Vater, Wittwer und Anwalt kriegt den Auftrag den Nachlass einer gewissen Alice Drablow zu sichten. Diese wohnt in einem riesigen, unheimlichen Herrenhaus namens Eel Marsh, das in völliger Abgeschiedenheit auf einer Anhöhe mitten in einem Watt liegt. Nachdem er eine geisterhafte, schwarz angezogene Frau gesehen hat, beginnt im Dorf das grosse Kindersterben und Kipps wird quasi dafür verantwortlich gemacht. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss, ist, dass es schon zuvor Zeiten gab, da sich Kinder auf die abscheulichsten Arten umgebracht haben und dass dieser Selbstmordserie jeweils die Sichtung einer "Frau in Schwarz" vorangegangen war. Der schwermütige Kipps, der seine Frau im Kindbett verloren hat, macht es sich zur Aufgabe, das Geheimnis um die Frau in Schwarz zu lösen und stösst auf ein tragisches Familiengeheimnis...
Setting:
Wir glauben nur allzu gern, dass es in England die meisten Geister pro Quadratmeter geben soll und solch gigantischen, alten Herrenhäuser wie Eel Marsh sind wirklich zum Fürchten. Der ganze Film wurde wie durch eine graue Linse gefilmt, alles wirkt so matt, bläulich-grau, neblig, kalt und trostlos. Lediglich die Momente, in denen Arthur Kipps mit einer Kerze durch die langen Korridore von Eel Marsh tapst, geben ein bisschen, oranges Kerzenlicht ab. Und dann dieses Kinderzimmer mit diesen grauenhaften mechanischen Puppen. *kreisch*. Besessene Puppen und besessene Kinder in einem besessenen Haus, schlimmer geht es beinahe nicht. Daniel Radcliffe meinte: in diesem Film sei das Haus der Star, deshalb habe ihn das Projekt auch so interessiert. Für uns war klar: In dieses Haus würden wir keinen Fuss setzen.
Regie und Kamera:
Regisseur James Watkins und Kameramann Tim Maurice-Jones ist es gelungen allein durch die interessante Kameraführung und die gekonnt gesetzten Schnitte eine nervenaufreibende Spannung zu erzeugen. Den ganzen Film hindurch ist man in Hab-Acht-Stellung und harrt der Dinge, die da noch kommen werden. Auch die unheimliche und kontrastreiche, aber sehr spärliche Beleuchtung und das Vorbeihuschen von Schatten tragen so einiges zum Gruseleffekt bei.
Schauspieler:
Daniel Radcliffe ist toll in der Rolle des Arthur Kipps. Wir hatten nicht eine Sekunde das Gefühl, Harry Potter zu sehen wie so mancher Kinokritiker bemängelte. Daniel Radcliffe ist nicht gerade schön im herkömmlichen Sinne und er ist auch nicht gross ( 165cm), doch hat er eine sensationelle Kamerapräsenz und unglaublich grosse, blaue, aussdrucksstarke Augen, die von seinen ausgeprägten Augenbrauen zusätzlich betont werden. Er hat sich zu einem richtig tollen Charakterdarsteller entwickelt. Charlene und ich waren total fasziniert von seiner Gesichtshaut, die sah im orangen Kerzenlicht sagenhaft rein und weich aus.
Die Kinder waren furchteinflössend. Wirklich. Kinder in Horrorfilmen sind wohl das Gruseligste, das Charlene und ich uns vorstellen können. Vor allem, wenn sie mit starrem Blick aus unnatürlich dunklen Augen auf die Kamera zugehen. Auch die Frau in Schwarz, gespielt von Liz White, war einfach nur UNHEIMLICH.
Fazit:
Um unsere Angst im Zaum zu halten, beschlossen Charlene und ich die Schockermomente zu zählen, wir kamen auf etwa acht, die mit lauten Geräuschen einher gingen, aber neben diesen acht Krachern, gab es den ganzen Film hindurch keine Zeit zum Ausruhen, denn er ist einfach genial gemacht und lässt dein Herz ständig schneller schlagen. Egal, ob es sich um einen unbemannten, unheimlich schaukelnden Schaukelstuhl handelt, sich Kinder selbst verbrennen oder Kipps in stockfinsterer Nacht eine Kinderleiche aus den Marschen zieht, du krallst dich mit einer Hand förmlich im Kinosessel fest während du vor lauter Nervosität an den Nägeln der anderen knabberst.
Unsere Mama hatte im Vorfeld die Novelle "Die Frau in Schwarz" von Susanne Hill, auf der der Film basiert, gelesen und war begeistert von der guten, wenn auch ziemlich abgeänderten, filmischen Adaption. Unter anderem wurde das Ende des Films geändert, aber auf so eine herzergreifende Art und Weise, dass wir Tränen in den Augen hatten. Zu viel wollen wir nicht verraten, aber wer "The Crow" gesehen hat, der kann sich in etwa vorstellen, in welche Richtung das Ende geht. Charlene und mich hat "Die Frau in Schwarz" zwar noch nicht zu Horror-Fans gemacht, aber wenn alle Horrorfilme so wunderbar umgesetzt werden würden, dann könnten wir direkt darüber nachdenken.

by Désirée Lynch

Kommentare:

  1. ooooh, ich würds so gern sehen, aber allein trau ich mich nicht (wenn ich mir vorstelle, alleine heim zu gehen oder fahren.... *bibber*) - aber keiner will mit :( dabei bin ich überzeugt, dass dieser film megagenial sein muss :)

    alles liebe!

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  2. Wudnervolle Review... ich will so gerne den Film sehen und nun habt ihr mich dazu gebracht das ich es mir am Wochenende schon vornehme! :D

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  3. ich bin ja auch nicht so der Gruselfilm, aber ich glaube, diesen Film werde ich mir mal irgendwann anschauen =)

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  4. Ich trau mich einfach nicht ins Kino :(

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  5. Hahaha, oh jöh, Emily und Mimi, ich kann euch sooo gut verstehen. Gerade ich (Charlene) bin so ein Angsthase, was Horrorfilme angeht. Ich schau mir sonst NIE sowas an, nicht mal zu Hause. Aber ich kann euch versprechen, dass es nicht so schlimm ist, wie es scheint. Dieser Film ist definitiv unheimlich, aber ich hatte danach absolut keine Angst, konnte gut schlafen und habe nichts davon geträumt. Das vorherrschende Gefühl ist Mitleid, nicht Angst... Ich kann ihn euch wirklich nur empfehlen, er ist super!!! =)

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