Mittwoch, 11. April 2012

Review: Die Tribute von Panem

Karsamstag war es endlich so weit: wir sahen uns "Die Tribute von Panem" im Kino an. Ich hatte mich so darauf gefreut, zähle ich doch Suzanne Collins zu meinen absoluten Lieblings-Trilogien und meiner Meinung nach wurde der erste Film der Buchvorlage absolut gerecht. Ich finde die filmische Adaption grossartig. Charlene hatte die Bücher nicht gelesen und konnte somit das Werk von Gary Ross viel objektiver beurteilen als ich. Sie fand den Film entgegen ihrer Erwartungen ebenfalls unheimlich gelungen. "Die Tribute von Panem" wird als der grosse Nachfolger von "Twilight" gehandelt, muss ja so sein, denn irgendwie wird einfach alles, was nur am Rande mit Fantasy zu tun hat damit verglichen. Das finden wir nicht ganz fair, kann nicht einfach jeder Film für sich selber stehen und auf seine ganz spezielle Art und Weise wunderbar sein?!
Caesar Flickerman

Regie

Gary Ross, der unter anderem Filme wie Big mit Tom Hanks oder Pleasantville mit Reese Witherspoon gedreht hat, gelingt es, die Grenzen zwischen Film und Dokumentation aufzuheben. Die manchmal fast schon wackelige Kameraführung und die matten Farben bei den Sequenzen in der Arena und in den Distrikten, vermittelten uns den Eindruck, eine Bericht über Katastrophengebiete zu sehen. Die Kampfszenen in der Arena waren brutal ohne jede Effekthascherei, einfach erschreckend echt. Ein extremer Gegensatz dazu waren dann die grellen und knallbunten, Bilder aus dem Kapitol oder die sterilen Aufnahmen aus der Schaltzentrale des Spielmachers. Das wirkte so unheimlich echt und dadurch sehr eindringlich. Ein brillianter Schachzug von Gary Ross war sicherlich, Autorin Suzanne Collins als Drehbuchautorin zu verpflichten. Als "Schöpferin" der Trilogie kennt sie Panem natürlich in und auswendig und konnte den Darstellern wichtige Informationen zu den Rollen liefern.

Darsteller

Jennifer Lawrence ist die perfekte Besetzung für Katniss Everdeen. Katniss ist ein Mädchen, das schon sehr früh erwachsen werden musste und sich nicht leisten kann, sich von ihren Gefühlen ablenken zu lassen, sie kann sie praktisch völlig ausblenden. Jennifer Lawrence bringt das grandios rüber, wenn sie ihr absolut emotionsloses Gesicht aufsetzt und einfach nur kalt und richtig gehend unsympatisch wirkt. Sie bewegt sich wie eine Kämpferin und geht wie ein Bauer, da ist nichts Liebliches oder Feminines an ihr. Ihre Katniss wirkt sehr autentisch. Gott, wie hat sie mir Leid getan als sie nach dem Feuerangriff mit verletztem Bein auf diesem Baum sitzt und man ihr richtig ansieht wie sehr die Verbrennungen schmerzen. Wenn sie mit Peeta zusammen ist, dann sieht man sie fast wie durch seine Augen und dadurch wirkt sie weicher. Obwohl sie zu Beginn in der Arena ihre Gefühle für Peeta nur spielt, um Sponsoren zu kriegen, mag sie ihn mit der Zeit wirklich, die romantische Liebe hat in ihrer Welt keinen Platz.

Cinna
Peeta Mellark mochte ich  in den Büchern schon am Liebsten und in der Verfilmung war Josh Hutcherson ein ganz wunderbarer Peeta.  Als wir vor Monaten gehört hatten, dass er die Rolle des Peeta übernehmen würde, waren wir von der Vorstellung nicht sonderlich angetan, denn der 170 cm kleine Schauspieler sieht  nun nicht wirklich wie ein Held, in den man sich verlieben möchte, aus, aber er hat uns total überzeugt. Er ist Katniss' perfektes Gegenstück: freundlich, liebevoll, mitfühlend und anpassungsfähig. Er ist intelligent und kann sich selbst gut verkaufen. Bei der Szene, in der er und Katniss Unterschlupf in einer Höhle finden und er, obwohl er selbst schwer verletzt ist, darauf besteht, auch ihr heilende Salbe auf die Stirnwunde zu streichen,  kommt tatsächlich so etwas wie Sinnlichkeit auf. Sein Peeta Mellark macht das so einfühlsam und so vorsichtig, da schien  er trotz seiner Verletzlichkeit plötzlich wie ein Mann, auf den man sich in Notsituationen verlassen kann. Sicherheit und Geborgenheit sind  in Katniss' Welt  sicher mehr wert, als ein Aussehen, das Herzklopfen und weiche Knie verursacht. Ausserdem darf man nicht vergessen, Peeta ist seit dem ersten Schultag in Katniss verliebt. Für ihn ist diese Szene sicher mit Herzklopfen verbunden.
Seneca Crane
Liam Hemsworth als Gale Hawthorn spielt seine im ersten Teil recht undankbare und kleine Rolle sehr überzeugend. Er ist Katniss' bester Freund und hat aus Rücksicht auf ihre schwere Lebenssituation verschwiegen, dass er sie liebt und dann ist da plötzlich ein anderer, der es sogar vor laufender Kamera zu gibt. Er tat mir unendlich leid, als er dann auch noch den ersten Kuss zwischen Katniss und Peeta live miterleben muss.
Allgemein finden wir, dass die Rollen sehr passend besetzt wurden und die Schauspieler einen wundervollen Job gemacht haben, egal wie klein ihre Rollen manchmal auch waren. Vor allem Lenny Krawitz als Cinna und Stanley Tucci als Caesar Flickerman sind unheimlich gut. Sogar Seneca Crane alias Wes Bentley wikt im Film zeitweise menschlich.


Kostüme und Bühnenbild

Effi Trinkett
Kostüme und Settings sind gigantisch. Die Distrikte und ihre Einwohner wirken zu Herzen gehend abgerissen und armselig, der erschreckende Kontrast dazu bilden die verschwenderischen und dekadent pompös wirkenden Bewohner des Kapitols und ihre Behausungen. Die Szene als alle Tribute mit Streitwagen in der Arena einfahren, ist atemberaubend, sie ist mir noch immer so präsent vor Augen. Die Mode der Kapitol-Mitglieder ist richtig Kult geworden, stammen doch die meisten Teile von Star-Designer Alexander McQueen.

Fazit:

In überspitzter Form zeigt "Die Tribute von Panem", wohin wir uns bewegen. Schon einer unserer Lehrer sagte einmal, dass sich in der Geschichte alles wiederholt und nur wenn wir die Vergangenheit  zu deuten verstehen und daraus lernen, ist eine Verbesserung möglich. Suzanne Collins hat eine packende, verstörend realistische Zukunftsvision beschrieben, deren erster Teil von Gary Ross meisterlich in einen Film übersetzt worden ist.
Wer aber eine Story à la Bella und Edward sucht, muss zwangsläufig enttäuscht sein, denn die alles überwindende, unsterbliche Liebe, die bei den Biss-Filmen im Mittelpunkt steht, hat in Suzanne Collins Geschichte keinen Platz. Hier geht es in erster Linie um's nackte Überleben, da bleibt keine Zeit für die grosse Liebe.
by Désirée Lynch

Kommentare:

  1. hach, ich muss auch noch unbedingt diesen Film schauen :D

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  2. ich hab die bücher geliiiiebt! und ich hatte angst, der film könnte niemals auch nur annähernd so gut sein - aber er war wirklich fantastisch! ich war sowas von positiv überrascht :) begeistert!

    alles liebe!

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  3. Den Flim muss ich mir auch unbedingt anschauen!

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  4. Wow danke für diese super Zusammenfassung und tollen Bericht. Ich hab den Film auch schon gesehen und die Bücher verschlungen. Und ich war genauso begeistert.

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  5. Freut ihr auch schon total auf den zweiten Teil? Scheinbar wollte Lionsgate Regisseur Gary Ross auswechseln, aber da sind die Fans auf die Barrikaden gegangen. Er hat den Stoff doch wirklich super umgesetzt. Liebe Grüsse eure Désirée

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