All jenen, die bei Moyes Folgeroman "Eine Handvoll Worte" in der Mitte zu Lesen aufgehört haben, weil sie ein zweites "Ein ganzes halbes Jahr" erwartet hatten, möchte ich raten: lest weiter und gebt auch "Weit weg und ganz nah" eine Chance. Beide Geschichten sind sensationell und brauchen sich wirklich nicht hinter "Ein ganzes halbes Jahr" zu verstecken. Sie sind einfach komplett anders, was ich unheimlich schätze. Jojo Moyes Romane gleichen sich nur in einem Punkt: sie schaffen es, einen komplett in die Handlung zu integrieren, indem sie uns suggerieren, die Geschichte durch die Augen der Protagonisten zu erleben.
Über den Inhalt möchte ich euch natürlich nicht zu viel verraten, aber als kleinen zusätzlichen Anreiz kommt nun die vielversprechende Inhaltsangabe:
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?
Jojo Moyes erzählt die Geschichte aus der personalen Erzählperspektive der einzelnen Protagonisten, Diese wechselt pro Kapitel, was den Plot auf eine abwechslungsreiche Art vorwärts bringt und uns jeder einzelnen Figur näher bringt. Moyes Geschichten sind nie "nur" Liebesgeschichten, die uns den Alltag vergessen lassen. Vielmehr webt sie diese in anspruchsvolle Themenwelten. Jessica Thomas ist gezwungen am Existenzminimum zu leben, während Ed Nicholls sein Geld mit beiden Händen ausgeben kann. Dazu kommt das sehr aktuelle Thema Mobbing, welches sowohl das 10-jährige Mathegenie Tanzie als auch der empfindsame Emo-Teenie-Stiefsohn Nicky am eigenen Leib erfahren müssen. Die bittersüsse Romanze zwischen Jess und Ed entwickelt sich langsam und ganz sanft. Wie fast schon widersinnig romantisch ist doch der Moment als Ed eine ganze Nacht lang über der Kloschüssel hängen muss, weil er einen verdorbenen Döner gegessen hat und sich Jess liebevoll um ihn kümmert. Ich glaube in diesem Moment habe ich mich in Ed Nicholls verliebt. Ach, dass ich mich bei Jojo Moyes auch immer in die männlichen Hauptfiguren verlieben muss...
"Weit weg und ganz nah" ist berührend, dramatisch, besinnlich, aufregend und romantisch zugleich. Es handelt von der Macht der Liebe. Von der Liebe zur Familie, von der Liebe zum Leben und natürlich von der ganz grossen Liebe, die uns nicht immer mit Pauken und Trompeten aus den Schuhen haut, sondern manchmal ganz still und heimlich in unser Leben schleicht, wenn wir es am wenigsten erwarten.
Kauft das Buch und nehmt euch wirklich Zeit dafür. Es gibt einfach nichts Schöneres als ein gutes Buch in einem Rutsch durchlesen zu können.
Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen und Verlieben zwischen den Zeilen.
by Désirée Lynch



Großes Einzelteil wirklich zu empfehlen. Ich schon war ich 2 mal lesen und ich war bereit, noch mehr, wenn nicht die Zeit ... :)
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