Eröffnet wurde die Aufführung mit dem langen (48 Minuten) und komplexen Stück "Ce que l'amour me dit - Was mir die Liebe erzählt" zur Musik von Gustav Mahler. Die Hauptrollen wurden von den Startänzern Julien Favreau und Elisabet Ros getanzt, deren absolute Körperbeherrschung und Ausdrucksstärke einen sofort in ihren Bann zog. Beide sind wahre Legenden, für die Maurice Béjart einige seiner Werke geschaffen hatte.
Das zweite Stück "Syncope" stammte von Gil Roman, der das Béjart Ballet seit dessen Tod im Jahr 2007 leitet und war eine absolute Sensation! Ganz dem Beispiel seines Vorgängers folgend schuf Gil Roman eine vielschichtige Choreographie, eine, die zeigt, was der menschliche Geist kreiert, wenn er beeinträchtigt ist. Eigeninterpretationen scheinen erwünscht. Bühnenbild, Kostüme, Musik und die grossartige Leistung jedes einzelnen Tänzers verwandelten das Ganze in ein kafkaeskes Feuerwerk aus Tanz, Schauspiel und Comedy.
Gabriel Arenas Ruiz als Mann zwischen Fantasie und Wirklichkeit war eine echte Entdeckung. War er zuvor bei "Ce que l'amour me dit" fast komplett mit der Truppe verschmolzen und dadurch eher unauffällig geblieben, riss uns seine überragende Leistung bei Syncope vollkommen mit. Mit seinen 24 Jahren zählt er zu den jüngeren Compagniemitgliedern, eine grosse Zukunft ist ihm aber gewiss. Elisabet Ros als Kreuzung zwischen Mutter und Stehlampe ( ja, sie trug einen beleuchteten Lampenschirm auf dem Kopf) stellte in dieser eher abstrakt modernen Choreographie ihr komödiantisches Talent unter Beweis. Gil Romans "Syncope" ist ein fantastisches Tanzstück, das den Zuschauern und Tänzern gleichermassen Spass gemacht hat. ![]() |
| Syncope 2010 |
by Döid





