Montag, 29. April 2013

Zirkus Knie: Emotions

...und schon ist er wieder weg. Unser Schweizer Nationalzirkus Knie, dessen aktuelles Programm "Emotions" wir aus allernächster Nähe - aus der ersten Reihe - erleben durften. Was für ein Erlebnis! Da flog einem das Sägemehl und undefinierbare Erdbrocken nur so um die Ohren. 
Freddie Knie jr., sein Schwiegersohn Maycol Errani und sein Enkelsohn Ivan-Frédéric begrüssten das Publikum hoch zu Ross und das dreisprachig. Die vergangene, die gegenwärtige und die zukünftige Generation Knie. Wie wunderbar, dass sich Géraldines Ehemann Maycol vom Akrobaten zum richtig versierten Kunstreiter entwickelt hat.

Für jeden von uns hielt die diesjährige Zirkusvorstellung ganz besondere Highligts bereit. Bei Charlene waren es  die Freiheitsdressur mit Guanakos, Kamelen, Holländischen Friesen und Vollblutarabern, die sowohl von Géraldine und Marie-José Knie  als auch von Maycol präsentiert wurde. Es it schlicht unglaublich wie schnell er sich auch die Kenntnisse der Dressur angeeignet hat. Ivan-Frédéric wird nicht nur in Reiten und Dressur unterwiesen, sondern auch in Akrobatik, was ihn sicherlich zu einem sensationellen Artisten formen wird. Schon jetzt erbringt er tolle Leistungen. Wie gemein, dass uns trotz all diesen Kunststücken vor allem die schlappenden Unterlippen der trabenden Kamele begeisterten. 



Für unsere Mama gibt es seit jeher nichts Schöneres als Pferdenummern, diese kamen dieses Jahr leider auch wieder ein wenig zu kurz. Ich verliebte mich auf den ersten Blick in die goldige, herrlich phlegmatische französische Bulldogge Ivo alias "der grosse Hundini", die mit Komiker Claudio Zuccolini zwei kleine Auftritte hatte.
Auf die Kontorsonistin Nina Burri freute ich mich auch ganz besonders, leider bekam sie ziemlich Konkurrenz vom ukrainischen Bodenakrobatik Duo "You and Me", das seine sehr ähnlich gelenkige, wunderschöne, herrlich kraftvolle und dennoch federleichte Nummer schon im ersten Teil präsentierte. Nina Burris gelungener Auftritt im zweiten Teil verlor dadurch eindeutig an Einzigartigkeit, was sie aber mit ihrer ungeheuren Ausstrahlung wett machte.


Eine klassische Elefantendressur von Franco sen. und jr. gab es dieses Jahr leider nicht. Franco Knie jr. bot mit Maycols Brüdern Guido und Wioris einen spektakulären Akrobatikakt auf den Elefantendamen MaPalaj, Delhi und Ceylon. Franco jr. bezaubernde Ehefrau Linna und ihr gemeinsamer Sohn Chris Rui fehlten trotz Ankündigung im Programm komplett. Wenigstens konnten Charlene und Mama einen Elefantenrüssel streicheln, ich habe diese Chance irgendwie verpasst. 

"Emotions" wartete mit einer ganzen Reihe von Weltklasseartisten wie den Flying Girls from Pyongyang (Fliegendes Trapez), der Hebei Wuqiao Acrobatic Troupe (Handjonglage auf Einrad), dem Spiderman Super Silva, der an den Füssen kopfüber unter der Zirkuskuppel hängend die Schwerkraft ausser Kraft setzte und Alessio Fochesato mit seinen faszinierenden Papageien, die zum Teil so tief über unsere Köpfe hinwegflogen, dass wir diese richtig einziehen mussten. 

Unerwartet Spass bereitete uns der schottenberockte Blödelbarde Steve Eleky, der neben unglaublich banalen Gags und billigen Zaubertricks, richtig tolle Jonglagen zeigte. Kurz konnten wir mit seinem Humor nichts anfangen, da wir seit jeher keine Freude an Clownnummern haben, aber er präsentierte sie so erbarmungslos hysterisch und mit soviel Spass, dass uns schon bald die Wangen vor lauter Lachen schmerzten. 
"Emotions" ist eine wirklich gelungene und sehr empfehlenswerte Zirkusshow auf hohem artistischen Niveau. Leider hat sie unserer Meinung nach doch einige kleine Wehmutstropfen. Zum einen die Tatsache, dass aus Rationalisierungsgründen alle Tiernummern im ersten Teil gezeigt werden, sodass der zweite Teil ziemlich akrobatenlastig erscheint. Besonders schade fanden wir auch, dass Fredy Knie jr. nicht zum Finale erschien und sich auch sonst eher im Hintergrund aufhielt.
Und nicht zu vergessen die unschöne Angelegenheit mit Claudio Zuccolini, der seit der Premiere mit harscher Kritik  an seinem Auftritt zu kämpfen hat. Wir fanden ihn lustig und waren bei weitem nicht die einzigen im Publikum, die lachten. Lediglich seine Anspannung durch den enormen psychischen Druck war offensichtlich. Während des Finales wirkte er richtig geknickt, er tat uns unendlich Leid. Mittlerweile wurde ihm sogar ein Ultimatum gestellt. Das Publikum kann so unberechenbar sein...es ist weder lustig noch leicht, witzig zu sein.

by Désirée Lynch

1 Kommentar:

  1. die bulldogge ist ja wirklich super süß. aber auch der schimmel. toll!
    alles liebe
    maren anita

    FASHION-MEETS-ART by Maren Anita

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