Dienstag, 26. Februar 2013

Les Misérables 2012

Lezten Samstag wurde für uns ein weiterer Traum war: wir gingen in's Kino, um uns die neue Musical-Verfilmung des Victor Hugo Klassikers "Die Elenden" anzuschauen.  Wir waren fast noch aufgeregter als damals bei der Musical-Verfilmung von "The Phantom of the Opera".  Was die ganze Sache so aufregend machte, war die Tatsache, dass alle Schauspieler life während des Drehs sangen anstatt wie sonst üblich bloss synchron die Lippen zu Liedern zu bewegen, die sie vor drei Monaten im Studio aufgenommen hatten. Wie erwartet war der Effekt gigantisch: die Intensität der Songs wurde sowohl für die Schauspieler als auch für uns Zuschauer um ein Vielfaches verstärkt.

Den Inhalt von "Les Misérables" kennt bestimmt jeder, deshalb verzichten wir darauf, ihn zusammenzufassen. Falls ihr doch mehr darüber wissen wollt, schaut unter folgendem Link nach. 

Die Schauspieler: 


Hugh Jackman ist unglaublich in der Rolle des Jean Valjean. Vom ausgezehrten, verdreckten, verbitterten Sträfling bis zum gutaussehenden, geläuterten Bürgermeister und liebenden Vater nimmt man ihm alles ab. In unseren Augen ist er die perfekte Besetzung des Jean Valjean. Seine Rolle ist auch stimmlich eine der anspruchvollsten, aber der ausgebildete Musicalsänger Hugh Jackman schafft das mit Links. Leider bekommt man seine wunderschöne, wohlklingende Bruststimme selten zu hören, da er viele Songs in  der Kopfstimme singen muss. Seine Freude an dieser Rolle, sein Können als Schauspieler und als Sänger machen "Les Misérables" in unseren Augen zu einem Meisterwerk.

Inspector Javert wird von Russel Crowe verkörpert. Diese Wahl konnten wir lange nicht nachvollziehen, doch schon beim ersten Song "Look down" als er über den Sträflingen patrouilliert, wurden wir eines Besseren belehrt. Diese Körperhaltung, diese Härte und Arroganz...einfach einmalig. Und singen kann er! Es ist zwar zu hören, dass er keine ausgebildete Stimme hat, aber sein Bass-Bariton bringt die Songs dennoch toll rüber. Unserer Mama gefiel seine Stimme sogar besser als die von Hugh Jackman. So weit gingen wir dann doch nicht, aber wir waren entgegen unserer Erwartungen absolut begeistert von ihm. 
Monseigneur Bienvenu, Bischof von Digne, wird von niemand Geringerem gespielt als von Colm Wilkinson, der in der Uraufführung von "Les Misérables" im Jahr 1985 in London und 1987 am Broadway den Jean Valjean sang. Der irische Musicaldarsteller und Sänger ist eine wahre Musical-Legende. Es ist wunderbar, dass er auch in dieser Version von "Les Misérables" dabei ist. Auch Frances Ruffelle, die erste Eponine überhaupt hat einen kleinen Auftritt als Prostituierte.


Auch alle weiteren Rollen waren stimmig besetzt: 

Anne Hathaway ist eine würdige Fantine, die einem von Anfang an unendlich leid tut und sich bei ihrem Lebenssong "I dreamed a dream" förmlich die Seele aus dem Leib singt. Als Schauspielerin mögen wir sie sonst nicht so, aber eine so gute Leistung muss man einfach würdigen. 
Amanda Seyfried ist die perfekte Cosette, die sich mit ihrem unschuldigen Gesicht und lieblichen Stimme durch die Songs zirpt. 
Ihren Gegenpart bildet die zauberhafte Samantha Barks, die die Eponine schon auf der Bühne gespielt hat. Sie ist aufgrund ihres Lebens und ihrer unerwiderten Liebe zu Marius, eine der tragischsten Figuren in "Les Misérables" und ihr Song "On my own" zählt schon seit Jahren zu einem unserer liebsten Musical Songs. Vor allem Charlene hat eine besondere Beziehung dazu. Sie hat sie ihn ausserdem auch schon erfolgreich während eines Schulkonzerts auf der Bühne performed. Eponine ist über die Jahre zu einer Schutzpatronin für alle Mädchen mit gebrochenem Herzen geworden. 
Mit Eddie Redmayne in der Rolle des Studenten Marius Pontmercy wurden wir während des ganzen Films nicht wirklich warm. Subjektiv gesehen ist er halt einfach nicht unser Typ und auch stimmlich war er nicht so unser Fall. Trotzdem wurde er seiner Rolle absolut gerecht und manche Szenen spielte er sensationell gut. Ausserdem harmoniert seine Stimme wundervoll mit Amanda Seyfried's. 
Besonders begeistert waren wir natürlich von Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter als "die Thénardiers". Die beiden sind richtige Showstopper. Im Musical beeindruckten uns ihre Songs überhaupt nicht, aber die beiden machten aus ihren Szenen eine richtige Show. Total überspitzt, herrlich schmuddelig und unendlich komisch schaukeln sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Einfach unnachahmlich!
Aaron Tveit als Enjolras, den Anführer des Studentenaufstands, und Daniel Huttlestone als Gavroche Thénardier, den kleinen Bruder von Eponine, fanden wir ganz toll und es nahm uns richtig mit wie die beiden auf der Barrikade ihr Leben lassen mussten.
Isabelle Allan als kleine Cosette ist unheimlich berührend und sieht beinahe so aus wie das berühmte Konterfei, das seit jeher für das Musical steht. Natalya Angel Wallace hat einen kleinen Auftritt als verwöhnte Kindversion von Eponine. Sie so herausgeputzt, strahlend und glücklich zu sehen während Cosette ausgebeutet wird, macht Eponine's späteres Schicksal umso tragischer.
Das Finale war unglaublich und brachte sogar unsere Mama gegen ihren Willen zum Weinen, was einem Ritterschlag gleichkommt. Ihre Konzentration schweifte ob der 99.9% Gesangsszenen des Öfteren ab. ^^

Fazit:

Grosse Musik, beeindruckende Bilder, atemberaubende Kulissen und eine Geschichte , die mehrere Jahrzente umspannt und nicht nur tragische Einzelschicksale vereint, sondern auch das Schicksals Frankreichs nach der Revolution nachbildet. Der Tod all dieser jungen Menschen, die von einer freien Republik träumten, erscheint so sinnlos, aber schlussendlich legten sie doch den Grundstein zur heutigen französischen Republik. 
Wer Musicals liebt, der wird von dieser Filmadaption absolut begeistert sein, denn Regisseur Tom Hooper und Musical-Produzent Cameron Makintosh haben wirklich das Musical und nicht das Buch verfilmt. Gesprochen wird während der 158 Minuten so gut wie nie. Für uns war "Les Misérables" ein unglaubliches Erlebnis, das uns zu Tränen gerührt hat und noch lange nachhallen wird. 

Vorgestern Nacht hat "Les Misérables" übrigens drei Oscars gewonnen:
beste Nebendarstellerin Anne Hathaway 
ausserdem je einen für beste Tonmischung und für bestes Make up/Frisuren
Schade ging Hugh Jackman leer aus...

by Désirée Lynch

1 Kommentar:

  1. Ich glaub ich muss Morgen ins Kino....
    Ich muss diesen Film sehen, am liebsten sofort.

    Danke für den schönen Bericht.7

    Liebe Grüße
    Emily

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