Montag, 7. Januar 2013

Review: Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

Als wir zum ersten Mal den Trailer zu "Life of Pi" von Ang Lee im TV gesehen hatten, wussten wir, dass wir die "Kinosensation des Jahres" unter keinen Umständen verpassen durften. Eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielte dabei die Tatsache, dass mit Irrfan Khan als erwachsener Pi Patel und Tabu als seine Mutter zwei der besten indischen Schauspieler mitwirken. Es ist für uns nämlich immer schön zu sehen, dass sich gute indische Schauspieler sehr wohl in Hollywood behaupten können und nicht nur auf ihren Akzent reduzierte Nebenrollen bekommen. An der Seite von Irrfan Khan durfte Tabu schon 2007 mit "The Namesake" erfolgreich Hollywood-Luft schnuppern und Irrfan Khan hat sich dank weiterer Rollen in "Slumdog Millionaire", "A Mighty Heart" mit Angelina Jolie und "The Amazing Spiderman" auch in Hollywood etabliert. 

Ursprünglich wollte ich vor dem Film unbedingt noch das Buch zu "Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel lesen, aber habe es in der sehr intensive Weihnachtszeit nicht mehr geschafft. Da musste eine Zusammenfassung auf Wiki  her, was aber vollkommen ausreichte, um meine Neugier noch mehr zu wecken. Ich habe eine Schwäche für philosophische Bücher...
Zur Geschichte: Piscine Molitor Patel, genannt Pi wächst als jüngerer Sohn des Zoodirektors im indischen Pondicherry auf. Pi ist gläubiger Hindu, konvertiert zusätzlich aber auch zum Christentum und nimmt als dritte Religion schliesslich auch noch den Islam an. Eines Tages beschlissen seine Eltern mit ihm und seinem älteren Bruder Ravi nach Kanada auszuwandern und so begibt sich die Familie Patel mit einem Haufen Zootieren auf einenen japanischen Frachter, der sie in die neue Heimat bringen soll. Doch während der Überfahrt zieht des Nachts ein gewaltiger Sturm auf, der das Schiff zum Kentern bringt und fast allen Passagieren das Leben kostet. Lediglich Pi kann sich mit einem verletzten Zebra, einer Hyäne, einem Orang Utan und einem bengalischen Tiger namens Richard Parker auf ein Beiboot retten. Es kommt wie es kommen muss: die Hyäne frisst zuerst das Zebra und dann den Orang Utan, dann wird sie von Richard Parker erledigt. Nun ist es an Pi mit einem ausgewachsenen Tiger auf See zu überleben und dabei die Hoffnung nicht zu verlieren. 


Mit "Life of Pi" ist Ang Lee ein Meisterwerk gelungen. Selten haben wir solche Bilder gesehen, die trotz aller Auswegslosigkeit so wunderschön und dank 3D so unglaublich eindrücklich wirken. 
Auch die Wahl des Casts war perfekt. Irrfan Khan beherrscht die Leinwand allein durch seine Präsenz und diesen eindringlichen Blick, Suraj Sharma gibt in "Life of Pi" sein Filmdebüt. Kaum zu glauben, was für eine Begabung. Sehr vernünftig ist, dass er sich nicht ausschliesslich auf eine Filmkarriere konzentriert, sondern brav seinem Philosophiestudium nachgeht. Die zeitlos schöne Tabu spielt Pi's Mutter auf ihre ganz spezielle, ruhige, würdevolle Weise. Diese drei Personen haben bei mir den tiefsten Eindruck hinterlassen, abgesehen von Richard Parker natürlich. Dieser grösstenteils animierte Tiger war einfach beeindruckend und auf eine gefährliche Art und Weise wunderschön. Gérard Dépardieu mochte ich noch nie, daher passte es mir ganz gut, dass er nur einen ganz kleinen Auftritt als ekelhafter Schiffskoch hatte und in der zweiten Version von Pi's Geschichte zum Kannibalen mutierte. 

Wer einen wunderschönen, philosophisch angehauchten Film mit beeindruckenden Bildern und aussergewöhnlich guten Schauspielern sucht, der wird von  "Schiffbruch mit Tiger" absolut begeistert sein. 

by Désirée Lynch

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...