Mittwoch, 5. September 2012

Rezension: Nina Blazon's: Wolfszeit

Habt ihr den französischen Horrorfilm "Le Pacte des Loups"- "Der Pakt der Wölfe" gesehen? Wir einmal, aber kaum hatte ich Nina Blazon's Roman "Wolfszeit" zu lesen begonnen, vermischten sich die Bilder aus diesem düsteren Film mit denjenigen meines eigenen Kopfkinos. 
Fakt ist, dass beide Versionen auf derselben, wahren Geschichte beruhen und in der kleinen französischen Provinz Gévaudan spielen. Um das Jahr 1767 wütete eine Bestie in den dortigen Wäldern und forderte zahlreiche Opfer. Um die hundert Menschen wurden auf grausame Weise von einer wolfsähnlichen Kreatur ermordet, geklärt wurde dieser mysteriöse Fall nie. 
In Nina Blazons "Wolfszeit" begibt sich der junge Pariser Ermittler Thomas Auvrey in die Provinz Gévaudan, um das rätselhafte Morden aufzuklären. Als Student an der königlichen Zeichenakademie und Assistent des berühmten Naturwissenschaftlers de Buffon hat er grosses Interesse an der Art und Herkunft der Bestie. Die junge Adelige Isabelle d'Apcher, die ihr nur knapp entkommen ist, könnte ihm wichtige Hinweise liefern, da sie in die Augen des Untiers geblickt hat. Doch leider leidet Isabelle nach dem Angriff an Amnesie und so verbringen Thomas viel Zeit mit ihr, um ihre Erinnerungen wieder zu wecken. Es kommt wie es kommen muss, die beiden verlieben sich ineinander. Als Thomas der Bestie ganz dicht auf den Fersen ist, verschwindet Isabelle plötzlich. Wird Thomas seine Liebste noch rechtzeitig finden?  War es die Bestie? Und vor allem was oder WER ist die Bestie?

Nina Blazon gelingt es wieder einmal auf unnachahmliche Weise historische Fakten, Märchen und Legenden zu einer packenden Geschichte zu verknüpfen, die einen von der ersten bis zur letzten der 558 Seiten gefangen hält. Ich liebe Autoren, die ihre Hausaufgaben gut gemacht haben und man merkt, dass sie sich richtig in das Thema ihrer Geschichte hineingearbeitet haben. So gut wie allen von Blazons Charakteren liegt eine wirkliche Person zu Grunde. Im Gegensatz zu der tatsächlichen Tragödie im 18 Jh., die nicht nur hunderte von Menschenleben forderte, sondern auch ebenso vielen, unschuldigen Wölfen das Leben kostete, die man fälschlicherweise für die Bestie gehalten hatte, kann Thomas in "Wolfszeit" den Fall aufklären. So viel sei noch verraten: wie bei "Der Pakt der Wölfe" ist nicht das Tier die Bestie...
Wenn ihr eine spannende Ferienlektüre sucht, hier ist sie! Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich "Wolfszeit" auch herrlich an einem kalten Winterabend lesen lässt. Wenn ihr dann so richtig auf den Geschmack gekommen seid, dann schaut euch gleich im Anschluss "Der Pakt der Wölfe" mit Vincent Cassel und Monica Bellucci an. Es lohnt sich.
by Désirée Lynch

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