Mittwoch, 1. August 2012

Rezension: "Herbsttagebuch" von Kerstin Hohlfeld

Vor etwas mehr als zwei Wochen erhielt ich überraschend eine Buchsendung und fragte mich natürlich erst einmal, ob ich da etwa wieder mal etwas bestellt hatte, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte... ^^ Ich öffnete das Päckchen und las den Brief von der Presse-Abteilung des Gmeiner-Verlags... Oh mein Gott, ich hielt zum ersten Mal ein persönliches Rezensionsexemplar in den Händen. Ich kriegte mich kaum mehr ein vor lauter Freude und Stolz! Und als ich sah, dass das mir zugesandte Buch eine Fortsetzung von Glückskekssommer" ist, welches ich vor ungefähr einem Jahr gelesen und rezensiert habe, freute ich mich gleich doppelt. Nur ZU gut konnte ich mich an die sympatische Protagonistin Rosa Redlich, mit der ich mich fast schon auf unheimliche Weise identifizieren konnte, erinnern... Keine Frage: "Herbsttagebuch" von Kerstin Hohlfeld musste sofort verschlungen werden.

Der Übergang von "Glückskekssommer" zu "Herbsttagebuch" ist beinahe nahtlos, weshalb man auch gleich wieder im Geschehen drin ist. Nach den turbulenten Monaten freut sich Rosa Redlich eigentlich auf eine ruhigere Zeit mit ihrem noch immer schwer beschäftigten Freund Basti. Doch nach ihrer erfolgreichen Modeschau und der pressewirksamen Abendkleid-Katastrophe mit der Schauspielerin Eva Andrees kommen immer mehr Aufträge ins Haus. Als der unwiderstehliche Regisseur Leopold Weidenhain, welcher in Berlin ein Vampir-Musical inszeniert, sie als Kostümdesignerin engagiert, gerät Rosas Leben erneut total aus den Fugen.
Zusätzlich findet Rosa ein altes Tagebuch im Haus ihrer besten Freundin. Es gehörte Augusta von Liesen, einer verstorbenen VerwandtenVickis, welches Rosa in eine Welt entführt, in der eine junge Frau noch nicht viel zu sagen hatte und Liebe eher als Schwäche angesehen wurde. Auf unheimliche Weise weist das Leben der jungen Augusta Parallelen mit Rosas aktueller Situation auf und zieht sie deshalb ganz besonders in ihren Bann. Wurde Augusta tatsächlich von ihrem Ehemann ermordet?


Auch diesmal hat Kerstin Hohlfeld es geschafft, mich restlos zu überzeugen. Erneut war ich überrascht und verwirrt, wie sehr ich mich mit Rosa identifiziere. Auf sensible Art und Weise führt uns Kerstin Hohlfeld an Probleme heran, die wohl jede Frau nur zu gut kennt. Was tut man, wenn ein Mann auftaucht, der unsere Gefühle total durcheinander bringt, wenn es in der aktuellen Beziehung gerade nicht mehr ganz glatt läuft? Wie verhält man sich, wenn die beste Freundin dabei ist, ihr Leben zu ruinieren, aber nicht zulässt, das man sich einmischt? Und ganz allgemein: Wenn etwas Neues lockt, sei das beruflich oder privat, soll man es wagen, oder  heisst das automatisch, dass man das, was man liebt und kennt im Stich lässt?
Seien wir ehrlich: Bei den meisten "Frauenbücher" weiss man doch schon von Beginn an, wie die Geschichte ausgeht, oder? Es gibt IMMER ein Happy-End und zwar meistens auf ziemlich unrealistische Art und Weise. Aber egal, Hauptsache ist doch, dass man sich dabei gut fühlt, oder? - Dieses Buch hat mir gezeigt, dass die wirklich guten Geschichten vom Leben selbst geschrieben werden und dass es nicht immer nur Schwarz oder Weiss sein muss, denn manchmal ist auch ein helles Grau ganz schön. Glück heisst nicht automatisch, dass es keine Probleme geben darf, sondern, dass man sich mit diesen arrangieren kann. Und Liebe bedeutet nicht, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen sein muss, sondern, dass man sich immer wieder aufs Neue für einander entscheidet... 
Als tagebuchschreibender Musical-Fan, der sich immer wieder gern von der Liebe zu Dummheiten hinreissen lässt, hat diese Geschichte natürlich total meinen Nerv getroffen. =) Man könnte fast meinen, Kerstin Hohlfeld hätte es direkt für mich geschrieben... 
Ich empfehle dieses Buch jungen Frauen ab 25 aufwärts, welche bereits gelernt haben, dass Liebe auch mal weh tun und verwirren kann und es nicht immer leicht ist, seinen eigenen Weg zu gehen, weil man ab und zu jemanden verletzen kann... Wenn man das verstanden hat, ist dieses  Buch eine wunderbar positive Lektüre, die einen ab und zu etwas aufrütteln, aber schlussendlich doch aufzeigt, wie schön das Leben sein kann.
 
Herzlichen Dank an den Gmeiner-Verlag für das Zusenden dieses Rezensionsexemplars.


by Charlene Lynch

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