Donnerstag, 17. Mai 2012

Rezension: James Freys: Das letzte Testament der Heiligen Schrift

Warum wurde jemand, der für die Menschheit so wichtig war wie Jesus Christus genau in eine Zeit geboren, da die Menschen offensichtlich so abergläubisch, rückständig und brutal waren, dass sie den Heiland einfach ans Kreuz nagelten? Wäre er im 21. Jahrhundert in Erscheinung getreten, hätten wir ihn zu schätzen gewusst und ihn so verehrt wie es ihm gebührt. Oder?!


Eben nicht. In „Das letzte Testament der heiligen Schrift" zeigt James Frey unheimlich eindrücklich, dass die Menschheit noch nicht das Geringste dazu gelernt hat. James Frey lässt dreizehn Zeugen erzählen wie sie IHN kennengelernt haben und ER sie verändert hat. Denn ER ist zurückgekehrt, nach New York. ER heisst in diesem Leben Ben Zion Avrohom und von Geburt an, waren sich die Rabbis sicher, dass er zu Grossem bestimmt ist, dass er der langersehnte Messias ist. Von seinem Vater misshandelt, nach dessen Tod vom eigenen Bruder aus dem Haus geworfen, führt Ben Zion ein ärmliches, unauffälliges Leben im Stadtteil Manhattan. Nach einem schrecklichen Arbeitsunfall, den kein normaler Mensch hätte überleben können, ist Ben verändert. Er leidet plötzlich an Epilepsie, kann Gott hören und Menschen von ihren schlimmsten Ängsten und Krankheiten heilen. Aber ist er wirklich der Messias oder ist er einfach ein Spinner, der Liebe und Sex für die Lösung aller Probleme hält und überdies predigt, dass wir Gott absolut egal sind und uns daher selbst retten müssen?
Das letzte Testament der heiligen Schrift" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, fasziniert, teilweise abgestossen und zum Weinen gebracht. Abgestossen hat mich die Sprache, derer sich einige der dreizehn Zeugen bedient haben. Jeder Zeuge wurde übrigens von einem anderen, bedeutenden Literaten wie Charles Lewinsky oder Zoë Jenny ins Deutsche übersetzt. Fasziniert war ich davon wie weit Ben damit ging, alle Menschen zu lieben. Er gab jedem genau das, was er im Moment am meisten benötigte. Er schlief mit Frauen und mit Männern, denn Liebe ist Liebe und unterscheidet nicht nach Geschlechtern.
Noch immer bin ich mir nicht sicher, ob Ben Zion Avrohom allein dem genialen Geist von James Frey entsprungen ist, oder ob es ihn wirklich irgendwo in New York gegeben hat. Durch James Frey und seinen Ben Zion ist der Mensch Jesus hinter dem Mythos für mich ebenfalls fassbarere geworden und ich kann nur eines sagen, ich hätte ihn wahnsinnig gerne kennengelernt.


Why had someone who was that important for humanity as Jesus Christ to be born in a time when people were so superstitious, backward and brutal that they crucified the Savior? If he had become present in the 21st century we would have appreciated and worshiped him the way we should. Right?!
That's exactly the way it would not be. In his novel "The Final Testament of the Holy Bible" James Frey shows extremely impressive that humanity didn't learn anything at all. James Frey gives thirteen witnesses the chance to tell how they got to know HIM and how HE changed them. Because HE returned to New York. In this life HIS names is Ben Zion Avrohom and right from his birth the rabbis were sure that he would do great things, that he is the long awaited Messiah Abused by his own father, thrown out of his home by his own brother, Ben Zion leads a poor, unostentatious life in Manhattan.
After a horrible accident at work that no normal man would have survived, Ben is completely transformed. Suddenly he sufferes from epilepsy, he can hear God and he is able to cure people from their worst fears and diseases.But is he, indeed, the Messiah or just a madman who believes that love and sexuality is the solution to all problems, who preaches that God absolutely doesn't care about us and that we have to save ourselves?

From the first page to the last I was spellbound by "The Final Testament of the Holy Bible". This book fascinated, partially even repelled me and it made me cry. I was repelled by the language that some of the witnesses used. Each witness got translated into German by a different, famous writer like for example Charles Lewinsky or Zoë Jenny. I was fascinated how far Ben went to love all people. He gave everybody exactly what this person needed the most. He slept with women and he slept with men because love is love and love doesn't differentiate between genders.
I still wonder if Ben Zion Avrohom is a simple product of James Frey's genious mind or if he really lived somewhere in New York. James Frey and his Ben Zion showed me a bit more of the man Jesus behind the myth and made him more tangible for me. I can really say that I would have loved to meet him.

 by Désirée Lynch

Kommentare:

  1. hmm, ich weiß nicht so recht, was ich jetzt von diesem Buch halten soll. ich glaube auch nicht, dass die Welt heutzutage bereit wäre für Jesus. ich glaube, wenn sich jemand vor einen stellt und sagt, er wäre Jesus würden wir ironisch antworten: "Ja, ist klar und ich bin Gott."
    und ich weiß auch nicht, ob es überhaupt in der menschlichen Natur liegt, so sehr selbstlos zu sein. das müsste wirklich ein Mensch von 1 Millarde sein ? ich weiß es nicht...

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  2. klingt spannend :))
    deine bilder sind übrigens auch alle sehr gelungen :))

    und echt hübscher blog! ♥
    würde mich sehr freuen wenn du auch mal bei mir vorbeischauen würdest und bei meinem über 760 leser gewinnspiel mitmahcen würdest :)
    ttcybeauty.blogspot.com

    liebste grüße ♥

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  3. Das Buch werde ich mir auch besorgen- klingt ja total spannend. Auch ich bin der Meinung, dass die Welt für Jesus in der heutigen Zeit bereit wäre:). Kennt ihr das Buch "Jesus loves me"? Das ist echt lustig und auch empfehlenswert;)) Ganz liebe Grüße Isa

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  4. Hey zusammen, ja, Jessi, du hast so recht. Deshalb war das Buch auch so interessant. Ich sammle alle Bücher, die mit Jesus zu tun haben. Dabei interessiert mich der Mensch Jesus mit seinen Schwächen, nicht das überhöhte Ideal der kath. Kirche. Samstags ist ein weiteres Buch zu meiner Sammlung hinzugestossen: Jesus von Hans Küng. Sein Jesus steht im kompletten Gegensatz zu dem des Papstes. Jesus liebt mich von David Safier habe ich mit Begeisterung gelesen.:-)
    Liebe Grüsse Désirée

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