Donnerstag, 24. Mai 2012

Review: Der Diktator

Ja, wir haben es getan: Am Samstag waren Debbie und ich im Kino und haben uns den geschmacklosesten Film des Jahres angeschaut: "Der Diktator" von und mit Sacha Baron Cohen, bekannt aus anderen geschmacklosen Filmen wie "Ali G", "Borat" und "Brüno". Und ich muss gestehen: Wir haben uns schief gelacht... Auch wenn wir zum Teil mit offenem Mund da sassen oder einander entgeistert anblickten, weil wir wieder mal nicht fassen konnten, was wir soeben gehört oder gesehen hatten, hatten wir doch eine Menge Spass.

Die Story ist schnell erzählt: Wie es in der Pressemitteilung hiess, ist dieser Film die "heroische Geschichte eines Diktators, der sein Leben riskiert, um sein liebevoll unterdrücktes Land vor der Demokratie zu schützen". Und so schräg das Ganze ist, schafft es Sacha Baron Cohen, einen grausamen, rassistischen, frauenfeindlichen Tyrannen zum Sympathie-Träger zu machen. Und man ertappt sich tatsächlich dabei, wie man mitfiebert, wenn Aladeen darum kämpft, Alleinherrscher der Volkrepublik Wadiyas zu bleiben und nebenbei einen Bioladen auf Vordermann zu bringen und das Herz der Geschäftsführerin, eines - ich zitiere- "krebskranken Zwerges mit Perücke", zu gewinnen. Zum Glück haben aber auch seine Gegenspieler, die Wadiya zur Demokratie verhelfen wollen, keine reine Weste und einige böse Hintergedanken, sonst müsste man als Zuschauer schon ziemlich an seinem eigenen Verstand zweifeln... Naja, das macht man aber wohl sowieso, wenn man wieder einmal über eine besonders derbe Szene lacht...

Wiede einmal habe ich die Haribo-Colorado-Mischung  im Kino geplündert. Sorry an alle, die jetzt keine Beeren mehr finden konnten...^^

Sir Ben Kingsley als Tamir und Sacha Baron Cohen als Aladeen

Anna Faris als Zoey
In Sachen Darsteller könnte man sagen, dass es eine Hauptrolle und einige mehr oder weniger grosse Nebenrollen gibt. Sacha Baron Cohen als Aladeen duldet keine anderen Götter neben sich. Kaum eine Szene in der er nicht auftaucht, entweder als Aladeen oder als sein minderbemittelter Doppelgänger. Auch diesmal kriegt man mehr von ihm zu sehen, als man eigentlich möchte... (Ihr wisst schon, was ich meine...) Aber Cohen LEBT seine Rollen, was man einfach merkt. Auch seine Film-PR zeigte wieder einmal, dass er diese selbst-kreierten Rollen nicht nur spielt sondern zu diesen Figuren wird. Und dafür muss man ihm einfach Respekt zollen, ob man ihn mag oder nicht. 
Anna Faris als naturbehaarte und weltverbessernde Radikal-Feministin Zoey, ist das fast schon ZU sympatische Gegenstück zu Aladeen und mindestens so überzeichnet wie er. Verzweifelt versucht sie den Humor hinter seinen leider sehr ernst gemeinten, menschenverachtenden Sprüchen zu verstehen und verliebt sich tatsächlich in ihn, was vor allem die Frauen im Publikum wohl ziemlich enttäuschen mag...
Sir Ben Kingsley als hinterlistiger Berater Tamir, bleibt in seiner Rolle relativ farblos. Aber wie gesagt, wenn man in einem Cohen-Film mitspielt, muss man darauf gefasst sein, im Hintergrund zu bleiben, womit aber die meisten Co-Darsteller kein Problem zu haben scheinen, da die Zusammenarbeit mit einem Genie wie Sacha Baron Cohen für die meisten schon Ehre genug ist... Wohl auch für Megan Fox, welche einen kurzen Auftritt als sie selbst hat und sich nicht zu schade ist, eine Schlampe zu mimen, welche nach Aladeen gleich zu Berlusconi ins Bett hüpft...
Cohen mit Megan Fox

Egal wie widerwärtig und nervig einige Gags sein mögen, egal wie sehr sich manche Szenen in die Länge ziehen, irgendwas HAT dieser Film. Vielleicht ist es die Faszination, wie viel Respektlosigkeit sich ein Künstler wie Sacha Baron Cohen erlauben kann, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. So lächerlich und überspitzt der ganze Film ist, so viel Wahrheit liegt in ihm... Ob Regierungsoberhäupter oder normale Bürger, Cohen kokettiert mit den Schwächen der Gesellschaft und der Menschen. Aber da er sich über alles und jeden lustig macht und vor keiner Gesellschaftsgruppe und Nationalität halt macht, kann sich eigentlich niemand wirklich angegriffen fühlen. 
Genau so spielt man mit den Ängsten vor Terrorangriffen der Bevölkerung ... Einer der gelungensten Gags...

Ich kann diesen Film jedem empfehlen, der entweder ein Cohen-Fan und/oder bereit dazu ist, diesen Film als Gesamtkunstwerk zu sehen, ohne ihn an einigen misslungenen Details aufzuhängen , oder dann keine Probleme mit grenzüberschreitender Geschmacklosigkeit hat. Denn DANN ist er ein richtiger Spass...

by Charlene Lynch

Kommentare:

  1. ich habe den Trailer zu diesem Film im Kino gesehen und dachte mir nur "Den MUSST du sehen" :D
    Antwort zu deinem Kommentar: es gibt vieles worüber man keine Witze machen sollte, wie auch den Film, den du zuletzt mit Debbie gesehen hast. aber irgendwie lockert es die ganze Sache doch auch auf. man sieht es nicht mehr ganz so ernst. ob überhaupt etwas passieren wird, ist doch eh ungewiss. außerdem haben Wissenschaftler einen "neuen" Kalender der Maya gefunden, einer der viel weiter reichen soll. lassen wir uns einfach überaschen.

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  2. mein freund will den film auch unbedingt sehen. ich hab mich bisher total dagegen gesträubt, aber deine kritik macht mich nachdenklich. kann den film ja auch aus einem anderen blickwinkel betrachten... vl geh ich doch mit ;o)

    alles liebe!

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  3. Echt lustig,
    ich dachte mir bis nun immer... Der Diktator? Nein, der wird von mir weiter Boykottiert genauso wie schon vorher Borat und co.
    Ich mag überspitze Filme mit einen zu derben Humor einfach nicht. Umso mehr liebe ich wohl eure Reviews, denn diese Review hat meine Meinung in der Hinsicht verändert das wenn ich von irgendeiner Freundin drum gebeten werde vielleicht mitzugehen das anzusehen. Das ich dann nicht sofort mit Nein aufschreie. :D

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