Sonntag, 27. Mai 2012

Eurovision Song Contest 2012 live

Wieder einmal ist es so weit. Charlene und ich sind gespannt, was uns der ESC 2012 bieten wird. Etwas trübt unsere Vorfreude so ziemlich, denn wieder einmal ist die Schweiz im Halbfinale ausgeschieden. Was an unseren Sinplus schlechter gewesen sein soll als an den schunkelnden Omas aus Russland wissen wir nicht.
Bühne frei für den 57. Reigen der Absurditäten und des Wahnsinns, dieses Mal live aus Baku.


Die Eröffnungsnummer gestaltet sich bombastisch und wartet mit einer Vielfalt an Tänzen, die die verschiedenen Einflüsse Aserbaidschans bestens porträtiert, sagenhaften Kostümen und Pyrotechnik  auf. Geld haben sie eigentlich keines in diesem Land, aber dann werden im nächsten Jahr einfach die Steuern erhöht.
1. United Kingdom/ Engelbert Humperdinck: Love will set you free
Der erste Rentner dieses Wettbewerbs singt ein Lied, das wir genau so von ihm erwartet haben. Schöne Melodie mit schönem Text, aber bloss nicht hinschauen.


2. Ungarn/Compact Disco: Sound of our hearts
Der Song ist eingängig und erinnert ein bisschen an die 80er Jahre. Eine Mischung aus Depeche Mode und Maroon 5. Ein bisschen retro, aber sehr sympatisch.


3. Albanien/Rona Nishliu: Suns Bal
Rona Nishliu
Eine Sängerin mit dramatischem Hintergrund und riesigem Haarballen auf dem Kopf. Eine ihrer Dreadlocks windet sich wie eine tote, haarige Schlange um ihren Hals. Obwohl der Text des Liedes tragisch sein soll, können wir sie nicht so recht ernst nehmen. Stimmgewaltig ist sie zwar, aber trotzdem wirkt das ganze seltsam, fast schon lächerlich.


4. Litauen/Donny Montell: Love is blind
Der arme Donny musste die 23'000 Franken für die Teilnahme selber aufbringen, da das lithauische Fernsehen kein Geld für ihn hatte. Der Michael Jackson Fan tanzt uns singt um sein Leben, aber es langweilt.


5. Bosnien&Herzegowina/Maya Sar: Korake ti znam
Sängerinnen, die gleichzeitig singen und ein Instrument spielen, in diesem Fall Klavier, beeindrucken uns immer wieder. Auch ist ihre Stimme recht schön anzuhören, aber wenn man nicht weiss, was da so gefühlvoll herübergebracht wird, bleiben die Emotionen dennoch aus.


6. Russland/Buranovski Babushki: Party for everybody
Wählt diese backenden Greisinnen einfach gleich auf den ersten Platz: aus Mitleid oder weil euch dieses falsch gesungene Lied wirklich gefällt.Wir sind schockiert, dass man diesen alten Frauen so eine Aufregung zumutet, aber sie brauchen offenbar das Geld, um in ihrem Dorf eine neue Kirche bauen zu könne. Falls eine auf der Bühne stirbt, haben sie noch zwei Ersatz-Babushkas dabei. Wir sagen nur: Bum bum.


7.Island: Greta Salome&Jonsi:Never forget
Les Misérables trifft auf Celtic Woman. Es klingt wie Musical, deshalb gefällt's uns, aber der Dreierchor mit seinen Ah's und Oh's ist ziemlich störend.


8. Zypern/Ivi Adamou: La La Love


Ist das eine Frau oder doch ein verkleideter Mann? Diese tiefe Stimme und die Aufmachung lassen einen echt an ihrer Weiblichkeit zweifeln. Ein Lied, das die Welt nicht braucht mit einem Text der sicher von den Teletubbies stammt.


9. Frankreich: Anggun:Echo( You& I)
Ja, die Gute kennen wir noch aus unserer francophonen Phase, daher wissen wir mit Bestimmtheit, dass sie kein Mann ist. Der Song klingt gut, aber wie schon einmal gehört: Zombie von den Cranberries. Die Turner mit den nackten Oberkörpern wirken ein bisschen fehl am Platz, aber dass Frankreich eine Vorliebe für unsinnige Tanzbegleitung hat, haben sie schon 2004 bei Jonatan Cerrada bewiesen.


10. Italien/Nina Zilli: L'amore e femmina
Amy Winehouse de retour mit viel Zahnfleisch und Bumm Bumm. Der heftig wechselnde Hintergrund und ihre offensichtliche Amy Imitation ist so nichts für uns. No comment.


11. Estland: Ott Lepland: Kuula
Wieder einmal haben wir das Gefühl, dass die Melodie bei anderen Songs abgekupfert und dann zusammengebastelt wurde. Eine machtvolle Stimme mit schönem Klang hat der Ott schon und seine Augenbrauen sind unheimlich beweglich: richtige Eyecatcher.


12. Norwegen/Tooji: Stay
Einer unserer Favoriten! Er ist total hüsch,  kann sich bewegen und ja, mit dem Singen klappt es auch. Was hat er für tolle Muskeln an den Oberschenkeln... Hui. Frauen sind schon leicht zu begeistern. Ach ja, der orientalische Einschlag der Musik ist auch super. 12 points from Döid!!!


13. Aserbaischan/Sabina Babayeva: When the music dies
Hat ihr jemand eins auf's Maul gegeben, oder war da der Schönheitsdoc am Werk?! Ist ja abartig geschwollen. Sabina sollte lieber ihren Background-Sänger singen lassen, denn das klingt in unseren Ohren besser als, das, was sie bietet. Zwar ist ihre Stimme kräftig, aber sie hat absolut keinen Wiedererkennungswert. Der Song ist die zwei Millionen, die er angeblich gekostet hat, nicht wert. 


14. Rumänien/Mandinga: Zaleilah
Ach ist das herrlich lüpfig. Da macht's gleich weniger aus, dass die Sängerin auch ziemlich künstlich wirkt. Den Dudelsack finden wir Hammer und obwohl er sonst zur kubanisch angehauchten Musik nicht passen würde, macht er hier den besonderen Zauber aus.


15. Dänemark: Soluna Samay: Should've known better
Soluna hat einen Schweizer Pass und klingt wie eine Mischung aus Nelly Furtado und Alanis Morisett. Diese Art von Song würden wir nicht auf unserem MP3-Player speichern, aber das Xylophon bringt das gewisse Etwas in die Melodie.


16. Griechenland/Eleftheria Eleftheriou: Aphrodisiac
Die bildhübsche Eleftheria kriegt Heiratsanträge am Laufmeter und scheint ein richtiger Sonnenschein zu sein. Ihr Song ist zwar nicht unbedingt der beste, aber er ist ein richtiger Ohrwurm und hat eine ordentliche Portion an folkloristischen Elementen. Man soll sein Land ja auch mit seinen Eigenheiten repräsentieren. Zwischen ihr und Ivan von unseren Sinplus soll es überigens heftig gefunkt haben.


17. Schweden/Loreen:Euphoria
Ihre Stimme erinnert an Rhianna und Leona Lewis, ihr Tanz ist ...seltsam. Ach Gott, so pseudokünstlerische Seelenblähungen finden wir doof, passt aber total zum ESC. Und dann schneit es plötzlich auch noch auf der Bühne. Total surreal.  Loreen ist eine der Top-Favoritinnen, daher kann ihr unsere Meinung ja egal sein.


18. Türkei/Can Bonamo: Love me back
Can ist beängstigend. Er kann bestimmt einen ganzen Apfel auf einmal in den Mund nehmen. Der Song ist witzig, aber nicht der Burner. Musical meets Sesamstrasse.


19. Spanien/Pastora Soler: Quédate conmigo
Pastoras Werdegang ist beeindruckend, die Klaviermelodie im Hintergrund ist bezaubernd. Mit ihrer Stimme können wir dennoch nicht so viel anfangen. Aber das mag daran liegen, dass wir in der Regel gute männliche Stimmen einfach interessanter finden, aber sie weiss wie sie ihre Stimme einsetzen und damit umgehen muss.


20. Deutschland/Roman Lob: Standing still

Wenn Roman mit seinen riesigen, braunen, glänzenden Kulleraugen in die Kamera schaut, dann möchte man ihm den ersten Preis gleich in die Hand drücken. Gott ist der putzig und sowohl das Lied als auch seine Stimme sind einfach schön. Endlich mal einer, der live super klingt. Toll, dass er auch keine Show abzieht und einfach auf seine Stimme und seine sympathische Ausstrahlung setzt. Für uns einer der schönsten Songs dieses Jahres. Ebenfalls 12 points from Döid!!!


21. Malta/Kurt Calleja: This is the night
Kurt's Song ist das, was wir unter einem typischen Eurovision Song verstehen. Eingängig, nicht zu viel Text und richtig tanztauglich. Uns gefällt's.


22. F.R.Y.Mazedonien/Kaliopi: Crno I Bello
Langweilig und dennoch hektisch. Gibt's so etwas. Sagt uns gar nichts.


23. Irland/Jedward: Waterline
Mein Gott, es sind Iren, da hat man Kobolblut. Jedward sind einfach nicht ganz normal, aber cool. Ihre Kostüme sind wie immer gewöhnungsbedürftig und ihre Choreo erst, aber sie sind einfach unendlich unterhaltsam. Wir möchten nicht wissen wie viel Red Bull die beiden intus haben.


24. Serbien/Zelijko Joksimovic: Nije ljubov stvor
Wir verstehen nichts, daher schwanken wir zwischen Langweile und Lachanfällen. Der serbische George Clooney mit der milden Stimme.


25. Ukraine/Gaitana: Be my guest
Wieder eine Frau, die auch mal ein Mann gewesen sein könnte, so rein optisch...ein Song, der fetzig sein möchte, aber es nicht ist.  Eigentlich gefallen mir nur die Kostüme der Tänzer. Warum trägt sie einen Blumenkranz auf dem Kopf?


26. Moldavien/Pasha Parfeny: Lautar
Was ist das? Der macht uns Angst. Passt da irgendetwas zusammen? Ausserdem erinnert er uns ein bisschen an Christoph Maria Herbst.


And the winner is:
Mit 372 Punkten hat tatsächlich Schweden - die Top-Favoritin Loreen gewonnen. Die Babushkis sind auf den zweiten Platz gewackelt. Kriegen sie jetzt trotzdem ihre Kirche? Schön, dass Roman Lob einen guten  8. Platz für Deutschland erreicht hat. Leider kam Tooji aus Norwegen in Europa nicht so toll an wie bei uns. Den letzten Platz hätte man ihm aber nun wirklich nicht geben müssen. Tja, aber das sind wir uns ja von den letzten Jahren her schon gewöhnt. Immer gewinnen die, mit denen wir gar nichts anfangen können. Vielleicht könnt ihr uns sagen, was an Loreen so toll war?
by Döid



Kommentare:

  1. klingt ja fast so, als hätte ich rein gar nichts verpasst ^^ danke für die schöne Zusammenfassung =)

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  2. Wie konntest du das musikalische Ereignis dieses Jahres verpassen! *grins* Ich weiss auch nicht wieso Charlene und ich den ESC unbedingt jedes Jahr schauen müssen, aber wir lieben es fast vier Stunden zu lästern und uns aufzuregen, weil entweder die Schweiz nicht dabei ist, oder unsere Favoriten den Letzen machen. :D

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  3. sorry ist nicht böse gemeint, und ich mag Euch, aber ich möchte nun eine negative Kritik anbringen zu diesem Post von Euch anbringen:
    Wenn man aus folgendem Grund: „Was an unseren Sinplus schlechter gewesen sein soll als den zahnlosen Russinen wissen wir nicht.“ einfach andere, die besser abgeschnitten haben (aus welchen Gründen auch immer), niedermacht, finde ich das recht schwach. Damit tut Ihr das, was die Schweizer ECS-Verantwortlichen jedes Jahr machen, nachdem die Schweiz wieder abgeloost hat: Die Fehler werden hauptsächlich bei anderen und ja nicht bei sich selbst gesucht, halbe Verschwörungstheorien aufgestellt und über die Ostländer gemotzt, die einander Punkte zuschiebten. Das ist zwar besser fürs nationale Ego, als wenn man sich selbst hinterfragen würde, verhindert aber, dass man sich verbessert bzw. aus eigenen Fehlern lernt. Dieser Mechanismus ist mMn der Grund, weshalb die Schweiz auch nä Jahr auf den hinteren Plätzen landen wird.

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  4. Ich weiß auch nicht wieso ich das gestern angesehen habe. Meine Favoriten waren eindeutig Island und Estland, weil Estnisch sich lustigerweise anhört wie ein komisches Finnisch (wohl so wie sich für Deutsch sprechende Niederlädisch anhört). :D Nebenbei fand ich das Lied toll.
    Roman fand ich auch in dem zusammenhang mit diesen hüpfenden Mischmasch aus den anderen Ländern sehr positiv, auch wenn ich damals im Deutschen Vorentscheid eines seiner anderen Lieder als Teilnehmersong gewählt hätte. Ist jedoch ein sehr symphatischer Kerl. :)

    Schweden hat gewonnen, weil sie den Impuls der Zeit getroffen haben. David Guetta wird als der beste "DJ" (in Anführungszeichen für mich weil ein Pop-Elektro-Hampel wie er für mich kein DJ ist) und dieser Song kam mir vor als hätte man Aura Dione mit David Guetta in einen Topf geschmissen und raus kam dieses Lied.
    Gar nicht mein Geschmack - aber für mich war es nichts unerwartetes... Charteinflüsse bestimmen auch den ESC.

    Finnland war auch nicht dabei, auch wie so oft! ;)
    Der Mr. Lordi hätte anstatt Punkte zu vergeben wohl eher wieder selbst einen Song auf der Bühne performen sollen... Anders haben wir wohl keine Chance :D
    Ich fand jedoch unseren Schwedisch gesungenen Walzer dieses Jahr auch wirklich nicht schlecht. Irgendwie ist aber bei Finnland immer der Wurm drin: Der ESC ist da oben sehr beliebt aber die Teilnahme schafft man trotzdem selten. (x

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  5. Du hast vollkommen recht mit deiner Kritik, mein Kommentar war wirklich jenseits aller Objektivität. Beim Verfolgen des ESC musste ich einfach schreiben, was mir in den Sinn kam und klar ging da der Nationalstolz mit mir durch. Aber das macht den ESC doch aus. Dort geht es seit Jahren nicht mehr wirklich um die Musik, sondern wer möglichst auffällig und originell daher kommt und dass man für sein Land ist, egal ob einem der Vertreter nun zusagt oder nicht. Ich fand Sinplus wirklich besser als die russischen Omas, Europa fand die Omas besser und hat das gezeigt. Liebe Grüsse Désirée

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  6. Ach Keiju, du sprichst uns aus dem Herzen. Danke für den super Kommentar. So haben wir das Lied von Loreen gar nicht betrachtet, aber du hast so recht. Ja, ja da geht's Finnland wie der Schweiz, damit müssen wir leben. ;-)

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  7. Frei nach Sarrazin: Europa braucht den Eurovisions-Contest nicht!

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  8. Ich habe mir die erste halbe oder dreiviertel Stunde angesehen. Die singenden Omis waren sehr schräg. Dann bin ich zu den Jungs gefahren.
    Ich konnte meinen Ohren das nicht mehr antun. Sowas von langweilig und schlecht. Das war wohl das letzte mal da ich mir da angesehen habe.

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  9. Korrekt. Europa braucht den ESC wirklich nicht, aber wir werden ihn uns nächstes Jahr trotzdem wieder ansehen und hoffen, dass wir EINMAL einen unserer Favoriten ganz vorne sehen werden. Anke Engelke mit ihrem genialen Auftakt zur Punkteverteilung war das Highlight.

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  10. na gott sei dank schreibt ihr keinen reinen musik-blog, denn dann würd ich euch wohl nicht lesen wollen ;o) spannend, weil eure ganz anders als meine bewertung war. daher: jeder darf selbst entscheiden, wer gewinnt, denn was hilfts, wenn für schweden gestimmt wird, wenn man es selbst nicht hören mag?

    ich freu mich schon wieder aufs nächste jahr, obwohl ich mich da bestimmt wieder drüber ärgern werde, dass die, die ich mag, nie, nie, nie gewinnen :(

    alles liebe :D

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  11. Haha, das stimmt. Einen reinen Musik-Blog würden wir nie machen. Wie sah denn deine Top 5 aus?
    Liebe Grüsse Désirée :-)

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