Freitag, 13. April 2012

Rezension: Das letzte Einhorn und Zwei Herzen

Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch zwei Mal lese und schon gar nicht, wenn ich den Film dazu vorher an die 1000 Mal gesehen habe... Aber es gibt halt auch nur ganz selten Geschichten, die mich so sehr berühren, wie "Das letzte Einhorn". Mit dieser Geschichte bin ich quasi erwachsen geworden. Und immer wieder habe ich sie anders erlebt... Ich denke, es ist auch nicht nötig, bei dieser Rezension ein Geheimnis um den Verlauf der Geschichte zu machen, da sie wahrscheinlich jeder einzelne von euch kennt, zumal der Film ja so ziemlich jeden Dezember im TV rauf und runter läuft, ähnlich wie "Drei Nüsse für Aschenbrödel"...
Ihr müsst wissen, dass Einhörner in meiner Kindheit eine grosse Rolle gespielt haben. Mein 1. Tagebuch hatte ich mit 12 und seither schreibe ich regelmässig. Und in den ersten Bänden ging es hauptsächlich um Einhörner und dass ich irgendwann eins sehen werde. Ich schmiedete Pläne und las alles, was ich darüber finden konnte, um meine Chancen zu verbessern. Ich konnte es nicht ertragen, wenn ich in Filmen und auf Bildern Einhörner sah, die als Pferde mit einem Horn dargestellt wurden. Ich wusste so genau, wie Einhörner aussahen... Natürlich hatte der Trickfilm "Das letzte Einhorn" dieses Bild wesentlich geprägt, vor allem, nachdem ich zum 1. Mal auch den Roman von Peter D. Beagle gelesen hatte und nun wusste, wie nahe der Film am Roman blieb.
Falls es tatsächlich jemanden geben sollte, der die Geschichte nicht kennt: Es geht darin darum, dass ein Einhorn per Zufall erfährt, dass es das letzte seiner Art auf der ganzen Welt ist, da alle anderen vom roten Stier gefangen wurden. Das letzte Einhorn zieht los, um seine Gefährten zu suchen und wird während seiner Suche in einen Menschen verwandelt... Aber wie geht ein Einhorn, das weder Liebe, noch Trauer kennt damit um, plötzlich Gefühle zu empfinden.
Als Kind und auch als junger Teenager konnte ich nicht nachvollziehen, warum Lady Amalthea für Prinz Lir ein Mensch und somit sterblich bleiben wollte. Einhörner waren damals alles, was für mich zählte... Ich sah den Film mit den Augen eines Kindes und ich las das Buch mit dem Herzen eines Kindes.
Als ich dann älter wurde und  mich selbst verliebte, war die Verwandlung vom Einhorn in Lady Amalthea für mich eine Art Metapher für das Erwachsenwerden und der Song "Now that I'm a woman", den Lady Amalthea im Film singt, war für mich so absolut nachvollziehbar:

Once, I can't remember
I was, long ago, someone strange
I was innocent and wise
And full of pain
Now that I'm a woman
Everything is strange

Nun hat mir Désirée eine neue Ausgabe vom Weltbild mitgebracht, indem die Forsetzung "Die zwei Herzen" integriert ist. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es eine Fortsetzung gibt... Und wieder verschlang ich diese mir so vertraute Geschichte, wie auch die mir unbekannte Fortsetzung, in welcher Prinz Lir, Molly Grue und der Zauberer Schmendrick sowie das letzte Einhorn erneut auf der Bildfläche erscheinen. Prinz Lir war inzwischen ein alter, seniler, aber guter König und niemals hatte er jemanden je wieder so geliebt wie Lady Amalthea. Wie schön in diesen beiden Geschichten die Liebe dargestellt wird und wie gut beschrieben wird, was ein wahrer Held ist.
Noch immer bewegt mich diese Geschichte zutiefst, vor allem auch durch ihre schöne Sprache... Peter D. Beagle hat mit dieser Erzählung ein Meisterwerk geschaffen. Eine Geschichte für Jung und Alt, weil man in jedem Alter etwas Neues darin entdecken kann...
Vor kurzem habe ich von einem Einhorn geträumt, wie es zu mir kam, wie ich es berührte... Ich glaube, irgendwo tief in mir drinn wünsche ich mir tatsächlich immer noch, wirklich einem zu begegnen...

by Charlene Lynch

Kommentare:

  1. ich habe diesen Film als Kind auch geliebt. jedes Jahr habe ich ihn mir angeschaut. das letzte Mal mit 18 oder 19, kurz bevor wir im Englisch-Unterricht über ein Kunstwerk reden mussten und ich nahm einen Song aus diesen Film zuhilfe "The Last Unicorn", ich könnte immer noch wegschmelzen, wenn ich dieses wunderschöne Lied höre.
    ich wusste gar nicht, dass ein Buch existiert. danke für diesen Hinweis, es ist sofort auf meine Wunschliste gewandert =)

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  2. ja, der Satz ist mir richtig in Erinnerung geblieben =) und das sieht man bei euch beiden Hübschen ja auch immer, finde ich =)
    och, das ist ja süß, dass der Postbote ab und an eine Rose mitbringt. nur für dich oder auch für deine Kolleginnen ? =)

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  3. Ach wie peinlich, bis eben wusste ich nicht mal das ein Buch gibt. Ich liebe diesen Film auch und werde mir jetzt gleich mal das Buch bestellen.

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  4. Hey ihr beiden =) Oh das freut mich total, dass ihr das Buch auch bestellen möchtet =D Bei so einem bekannten Trickfilm kommt man irgendwie auch gar nicht auf die Idee, dass es vorab ein Buch gegeben haben könnte...
    @Jessi: Also meistens mir und ab und zu auch Debbie, weil sie auch ein Weilchen am Empfang war. Am Freitag habe ich von ihm ein Croissant gekriegt ^^ Total lieb! lg Charlene

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