Donnerstag, 29. März 2012

Rezension: Andrea Schachts "Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt"

Wir schreiben das Jahr 2125 ganz Europa unterliegt einem totalitären System. Es herrscht das Matriarchat, Männer sind zu niederen Diensten und der Befriedigung der Frau abgestellt.  Kyria ist in diesem Überwachungsstaat aufgewachsen. Als Tochter einer der einflussreichsten Politikerinnen könnte ihr Leben perfekt sein, wenn sie nicht als Gendefekte auf die Welt gekommen wäre und immer wieder lange Zeit im Krankenhaus hätte verbringen müssen. Als sie an ihrem 17. Geburtstag erfährt, dass sie bald sterben wird, will sie wenigstens einmal das Gefühl haben frei zu sein und beschliesst zu fliehen. Mit Reb, einem Rebellen, dessen Leben sie quasi gerettet hat,  macht sie sich auf  eine Reise, die ihr gesamtes bisheriges Leben in Frage stellt und sie in grosse Gefahr bringt. Denn es gibt sehr wohl ein Leben ausserhalb des Systems, aber die Machthaber von New Europe haben im Sinn alle Ausgestossenen mit Hilfe von künstlichen Seuchen auszurotten.
Seit Suzanne Collins "Die Tribute von Panem" mag ich Romane mit leichtem Sci Fi-Touch. Davor hätte man michAlles, was ich bisher in dieser Richtung gelesen habe, hat mich sogar richtig gehend begeistert., deshalb musste ich mir auch Andrea Schachts Kyria & Reb gleich kaufen. Das wunderschöne Cover mit verschiedenen Grüntönen und purpurnen Akzenten sprach mich unheimlich an. Ich war sicher eine eben so bezaubernde Liebesgeschichte in Händen zu halten wie bei "Delirium", "Dust Lands", "Das verbotene Eden" oder "Cassia & Ky". Voller Vorfreude begann ich zu lesen...und war masslos enttäuscht. Weder mit Andrea Schachts Schreibstil, ihrer Wortwahl, den gezeichneten Charakteren  noch den gewollt frischen Dialogen konnte ich etwas anfangen. Warum um Himmels Willen war das so? Aufgeben wollte ich dennoch nicht, denn es bestand ja die Chance, dass ich mich mit dem Schreibstil genau so arangierte wie damals mit "Dustlands". So las ich denn weiter und ärgerte mich Seite für Seite über die zickige, unsympathische, ständig herumjammernde Kyria und den nonchalanten, aufdringlichen Aufreisser Reb. Am schlimmsten fand ich die Dialoge zwischen Kyria und Reb.

Das Wasser lief mir im Mund zusammen.
Einen Burger von einem Strassenstand hatte ich noch nie gegessen,
und ehrlich, er schmeckte so was von köstlich!
Erst als ich den letzten Krümel von den Fingern geleckt hatte,
wurde mir klar, was Reb getan hatte.
"Den hast du geklaut!"
"Geborgt."
"Oh Mann!"
"Na, du gibst ihn ja Mutter Erde bald wieder zurück."
"Äh...?"
"Oder haben Junoras keine Verdauung?"
Ich wollte es nicht, aber es passierte: Ich musste kichern.
Und es ging mir erheblich besser.
"Kannst du jetzt wieder?"
"Ich denke schon."
Manchmal musste ich innerlich aufstöhnen so sehr nervten mich ihre verbalen Duelle und Sticheleien. Vor allem Rebs idiotische Angewohnheit alle Mädchen "Princess" zu nenne, fand ich unheimlich mühsam. Wer möchte vom männlichen Protagonisten schon folgendes lesen:

Ja, sein magerer Kadaver war alles andere als wohlgerundet.

Da läuft bei mir garantiert kein romantischer Film im Kopfkino ab. Bei euch etwa? Ausserdem spuckt Reb zu Beginn der Geschichte ständig auf den Boden und DAS muss ich nun wirklich nicht in einem Buch lesen. Das sehe ich sonst schon jeden Tag hundert Mal und finde es einfach grauenhaft.
Das einzige, was mich weiterlesen liess, war die Tatsache, dass die Geschichte richtig gut war. Trotz all den Negativpunkten war der Plot spannend und die Handlung nachvollziehbar. So wie das Buch endet, lässt sich erahnen, dass es zumindest einen Folgeband geben wird, noch weiss ich nicht, ob ich mir den auch antun werde, aber wer weiss, vielleicht würde mir dieser dann plötzlich gefallen.
Wenn euch meine Rezension zu negativ ist ( ich mag es selber nicht, wenn ich etwas Negatives schreiben muss), dann lest doch Fabellas tolle Rezension auf ihrem Blog BuchZeiten. Sie hat das Buch nämlich komplett anders empfunden als ich.

by Désirée Lynch

1 Kommentar:

  1. klingt bei dir ja wirklich nicht nach einem überzeugenden Roman. deine negativen Punkte würden mich auch stören...

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