Mittwoch, 7. März 2012

Döid sagt Ja zur Buchpreisbindung

Döid liebt Bücher, denn Bücher haben in der Familie Lynch schon immer eine grosse Rolle gespielt. Schon mit zwei Jahren liess uns Mama, unsere Bilderbücher selber in der Bibliothek aussuchen. Bücher finden sich auf jedem Wunschzettel ganz zu oberst und wenn Familie Lynch einen Buchladen unsicher macht, dann kann es schon einmal so klingen wie bei Hugendubel in Stuttgart." Oh mein Gott! So einen grossen Bücherkorb hatte ich noch nie." Wir haben immer ein Buch dabei, wollen irgendwann selber Bücher schreiben und geben im Monat mindestens genau so viel Geld für Bücher wie für Kleider aus. Ein Teil von Döid (Désirée) arbeitet bei Weltbild Schweiz und hat somit seine Liebe zum Buch zum Beruf gemacht.
Am 11. März wird nun das Schweizer Volk gebeten, darüber abzustimmen, ob die Buchpreisbindung wieder eingeführt werden soll. Döid ist ganz klar für eine Buchpreisbindung. Leider sind die Buchpreisbindungs-Gegner der irrigen Ansicht, dass die Buchpreisbindung die Preise der Bücher in schwindelerregende Höhen treiben würde und sich somit Normalverdiener keine Bücher mehr leisten könnten. Das stimmt so nicht. Taschenbücher und Eigenproduktionen wie die beliebten Reader-Ausgaben von Weltbild werden auch nach der Einführung der Buchpreisbindung zu einem tollen Preis verkauft werden. Neuerscheinung werden dann aber in allen Geschäften, die Bücher anbieten, zum gleichen Preis verkauft werden. Das finden wir fair, denn kleine Buchhandlungen konnten es sich oft nicht leisten, überrissene Preisrabatte anzubieten, weshalb dann viele Leute lieber dorthin gingen, wo sie das Buch zum halben Preis kriegten. Die Folge davon: den Buchhandlungen fehlten die Kunden und sie waren gezwungen zu schliessen. Buchhandlungen und Buchläden leben von Büchern, Discounter benutzen sie nur als Lockmittel, das grosse Geld wird dann mit Lebensmitteln gemacht. Discounter werden nie ein so vielfältiges Büchersortiment wie Buchhandlungen und Buchläden anbieten. Kein ernsthafter Schriftsteller wird eine Lesung zwischen Bodylotion und Frotteewäsche halten wollen.
Wer Bücher liebt, der schätzt die Beratung, die Atmosphäre und den Geruch von frischem Papier in Buchläden. Wer Bücher liebt, der zahlt gerne CHF 25.90 für ein gebundenes Buch, denn Bücher sind ein wichtiges Kulturgut, das respektvoll behandelt werden will. Wem die CHF 25.90 für ein gebundenes Buch wirklich zu teuer sind, der muss nur etwa ein halbes Jahr warten und kann dann das Taschenbuch für CHF 12.90 kaufen. Buchhandlungen und Buchläden werden immer für jedes Portemonnaie eine gute, vielfältige Auswahl anbieten, wenn wir sie unterstützen und am 11. März ganz klar für die Buchpreisbindung abstimmen.


by Döid

Kommentare:

  1. Also ich finde eure Meinung Klasse!

    Wir haben in Deutschland ja die Buchpreisgarantie und ich würde nicht sagen das die Bücher dadurch extrem überteuert wären oder die Preise in unermesslichen Höhen für Bücher liegen. Ich zahle die Preise gerne und finde sie auch völlig okay für ein Buch.
    Nebenbei bin ich sogar Glücklich das ich bei einem Buchkauf nicht dran denken muss das es im nächsten Laden eventuell billiger sein könnte, Schnäppchensuche bei dem Buchkauf? Haha glücklicherweise gibt es dies dadurch nicht. :)

    Ich finde es ist angebracht, eben um kleinere Buchläden zu schützen. Denn ein Lebensmittelgeschäft hat wie ihr es schon schreibt wirklich nicht diesen Flair den ein kleiner Buchladen einen bietet (Nicht einmal Hugendubel hat diesen Flair ;D).

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  2. Wenn die Damen und Herren vom Buchverband und ihre gleichgeschalteten Lakaien vom Buchhandel meinen zu müssen, uns Internetuser auch online das Buchpreisdiktat aufzuzwingen zu wollen, so dass sich die Bücher massiv verteuern werden, werden wir diese Meschpoke erst recht boykottieren - denn anders als diese ewiggestrige Fortschrittsverweigerer kann unsere digital versierte Generation bestens mit dem Internet umgehen und wird
    immer Mittel und Wege wissen die Buchpreisabzocke der Möchtegern-Literaten zu umschiffen. Wenn ihr uns ohne Not den Zugang zu preiswerten Büchern auf Amazon verweigern wollt, steigern wird halt einfach auf eBooks um - so einfach ist das.

    Auch wenn es die Papierbuchnostalgiker in ihren Elfenbeintürmen gerne nicht wahrhaben wollen, hat sich nämlich in den letzten 10 Jahren eine rasante technische Entwicklung vollzogen
    und speziell betreffend eBooks sind jetzt schon eine Menge brauchbare Lesegeräte verfügbar und über Filesharingseiten könnte man sich jetzt schon gigabyte-weise mit eBooks eindecken - ganz ohne Buchpreisabzocke und dergleichen margenmaximierenden Unsinn.

    Doch verglichen mit MP3s ist es immer noch eher eine Randerscheinung - was sich jedoch ändern könnte, denn sollte auch uns das Buchpreisdiktat mit aller Staatsgewalt aufgenötigt werden, könnte ich mir vorstellen dass Filesharing mit eBooks zumindest für die digitale Generation zunehmends an Attraktivität gewinnen würde - denn anders als die Ewiggestrigen vom Buchhandel haben wir kein Problem, Bücher auch übers Display zu lesen.

    Aber egal, der Buchverband darf gerne die Fehler der Musikindustrie wiederholen und solange krampfhaft am analogen Medium und überhöhte Monopolpreise festhalten bis der
    technologische Wandel auch sie überrollt und mitsamt den sinnlosen Zwangspreisen endgültig obsolet gemacht haben wird - es wird sich jedenfalls noch bitter rächen dass sie so fanatisch gegen die eigenen Kundschaft und vor allem die Internetgesellschaft gekämpft haben.

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  3. Hey Keiju, danke für deinen super Kommentar. Was in Deutschland so toll klappt, sollte doch auch in der um einiges kleineren Schweiz funktionieren. Wünsche dir ein tolles Wochenende, deine Désirée

    Lieber anonymer Leser: Wow, da hast du mal richtig Dampf abgelassen. Bei der Buchpreisbindung geht es doch nicht wirklich um einen Kampf zwischen altmodischen, verstaubten "Papierbuchnostalgikern" und dem technischen Fortschritt, da wirst du mir sicher Recht geben. Du hast eine eigene Meinung, die du äusserst wortgewandt und leidenschaftlich kundzutun verstehst, das respektiere ich voll und ganz. Obwohl ich leider nicht in einem Elfenbeinturm sitze und tatsächlich auch einen Ebook-Reader besitze, muss ich dennoch gestehen, dass ich nach wie vor dem Zauber von schön gebundenen Büchern unterliege. Ich ziehe jeder Zeit ein gebundenes Buch, das ich berühren kann und dessen Seiten so wundervoll nach Papier und Tinte riechen, einem olfaktorisch neutralen Ebook vor. Schön, dass du dir so viel Zeit genommen hast, um einen Kommentar zu schreiben, die Buchpreisbindung scheint dir also auch sehr am Herzen zu liegen. Sind wir also gespannt wie das Schweizer Volk am Sonntag entscheiden wird.
    Liebe Grüsse Désirée

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