Mittwoch, 28. September 2011

Rezension: David Safier's Happy Family

Eigentlich sind die Wünschmanns eine ganz durchschnittliche Familie. Mutter Emma ist frustriert, weil ich kleiner Buchladen nicht mehr genug abwirft, sie das Gefühl hat für alle nur der Fussabstreifer zu sein und ihre Familie ein bisschen für das Scheitern ihrer Karriere verantwortlich macht. Vater Frank ist durch seinen Bankjob chronisch überarbeitet und leidet an Stress bedingter Flatulenz, Teenager Fee fühlt sich unverstanden und muss damit fertig werden, dass ihr nicht vorhandener Busen die Chance bei ihrem Schwarm Jannis zu Nichte gemacht hat, ausserdem wird sie wohl sitzen bleiben, da ihre schulischen Leistungen denen der von ihr so verpönten Hohltierchen gleichen. Sohn Max ist nicht nur hochintelligent, sondern auch noch sehr klein für sein Alter und ein wenig pummelig, was ihn gerade zu prädestiniert für die Rolle als Aussenseiter.

Alles läuft also gerade ziemlich mies für jeden Wünschmann, ja es könnte im Prinzip gar nicht mehr schlimmer kommen...oh doch! Auf der Heimfahrt von einem Kostümfest, das eigentlich gar keins war, denn nur die Wünschmanns kamen verkleidet und blamierten sich grauenhaft, begegnen sie Baba Yaga, die die ganze Familie mit einem Fluch belegt, weil Mutter Emma ihr keinen Euro geben wollte. Plötzlich ist Emma eine nach Blut dürstende Vampirin, Papa Frank mutierte zu Frankensteins Monster und kann nicht viel mehr als „Ufta“ sagen, Fee ist zur Mumie geworden und Max ist immer noch klein, aber nun auch noch von Kopf bis Fuss behaart, denn er ist nun ein Werwolf. Gemeinsam heisst es nun Baba Yaga zu finden, um den Fluch rückgängig zu machen, was sich sehr schwierig gestaltet, denn Baba Yaga lebt irgenwo in Transilvanien und hat ausserdem nur noch drei Tage bevor sie das Zeitliche segnet.  
Ich habe David Safiers viertes Werk in vier Stunden verschlungen, es darf sich voll und ganz in eine Reihe stellen mit „Mieses Karma“, „Jesus liebt mich“ und „Plötzlich Shakespeare“. Es gelingt David Safier immer wieder auf unheimlich komische Weise, alltägliche Probleme zu porträtieren, ohne sie ins Lächerliche zu ziehe. Seine Figuren sind immer wahnsinnig authentisch , sympathisch und wie gesagt zum Schreien komisch. Obwohl sich David Safiers Protagonisten oft in komplett widersinnigen Situationen wiederfinden, lernt man dennoch immer etwas aus seinen Büchern. Es gelingt ihm nämlich echte Probleme zu schildern, ihnen durch seinen Witz die Dramatik zu nehmen und schlussendlich für alles eine Lösung zu finden. Ich freue mich schon wahnsinnig auf sein nächstes Werk. „Uftaaaaa!“
David Safier hat übrigens in Anlehnung an seinen ersten grossen Roman Erfolg "Miese Karma" eine "Gutes Karma"-Stiftung gegründet, die Kindern in aller Welt eine bessere Bildung ermöglicht. Eine ganz tolle Sache finden wir. Mehr dazu findet ihr hier


by Désirée Lynch

Kommentare:

  1. Hab diese Bücher auch schon im Laden gesehen, aber irgendwie haben sie mich nicht so angesprochen. Aber deine Rezension klingt echt witzig. Muss ich mir vielleicht doch mal noch besorgen. Mit welchem soll ich anfangen? =)

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  2. Hey Anonym, ich würde mit seinem ersten Roman "Mieses Karma" anfangen, denn dort kriegst du gleich die volle Ladung Safier ab. Ich lese jedes Buch von ihm, denn für mich ist er einfach Kult.

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