Mittwoch, 13. Juli 2011

Herzweh - Swimming Toward the Ocean

 Wow, was für ein Buch! Ich habe "Herzweh" von Carole Glickfeld zu Ende gelesen und bin einfach baff. Selten habe ich ein Buch gelesen, das ich wirklich so gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und nun ist unsere Mutter an der Reihe und ihr scheint es ebenso zu gehen... 
 Die Geschichte hat eine eigentlich ziemlich untypische "Heldin": Chenia Arnow, eine 45-jährige, russische Immigrantin, welche mit dem Alltag im New York der 50er-Jahre zurecht kommen muss. Chenia ist ungebildet, Chenia ist abergläubisch und Chenia ist impulsiv. Aber sie nimmt es mit der ganzen Welt auf. Auf ganz sensible Art und Weise erleben wir mit Chenia ein halbes Leben, wohl gemerkt die Hälfte des Lebens, in welcher viele das Gefühl haben, dass alles bereits vorbei ist. Aber Chenia beginnt erst jetzt die Welt um sich herum mit allen Sinnen zu entdecken... Leidenschaft, Liebe, Sehnsucht, aber auch Herzschmerz, Verzweiflung, Reue und Eifersucht. Auf einmal erlebt sie die ganze Pallette an Gefühlen und versucht damit klar zu kommen.
Die Erzählperspektive ist extrem raffiniert. Es ist eine Art allwissender Erzähler, allerdings handelt es sich dabei um Devorah, die jüngste Tochter Chenias. Die Geschichte beginnt bevor Devorah überhaupt gezeugt wurde, dennoch ist sie es, die uns von der ungewollten Schwangerschaft, dessen Resultat sie selbst ist erzählt, von den Abtreibungs- und Selbstmordversuchen ihrer Mutter, von der Affäre ihrer Mutter und wie diese den Spass am Sex entdeckt.. Zum Teil ist es fast ein wenig irritierend, die intimsten Momente einer Frau aus der perspektive ihrer kleinen Tochter erzählt zu kriegen. Eine Tochter sollte niemals solche Dinge von seiner Mutter wissen. Aber mitunter macht dies sogar den Reiz dieses Buches aus. Aber auch die jüdischen Ausdrücke, mit welchen das Buch gespickt ist, und welche sowohl im Text, als auch in einem Verzeichnis auf den letzten Seiten übersetzt werden, sind ein liebevoll durchdachtes Detail in diesem Buch.
        Fakt ist, dass dies ein Buch ist, das jeder gelesen haben sollte. Es zieht einen von Anfang an in seinen Bann und lässt einen nicht mehr los. So manches Buch ist mit 434 Seiten fast schon zu lang. Aber nicht dieses. Ich hätte mir noch ein paar hundert dazu gewünscht, so eine Freude war es für mich, es zu lesen. Ich empfehle dieses Buch einfach jedem, der ein gut geschriebenes, spannendes, aber dennoch sehr aus dem Leben gegriffenes Buch sucht...

Wow, what a book! I read the novel "Swimming Toward the Ocean" by Carole Glickfeld. And I'm truly amazed. Seldom read a book like this, which one I absolutely couldn't lay by the side. And now it's my mothers turn... And it seems to me the same with her...
This story's about a very untypical "heroine" called Chenia  Arnow. She's a 45-years old women, a russian immigrant, who has to manage her everyday life in the New York of the fifties. Chenia is uneducated, Chenia is superstitious and  Chenia is impulsive. But she takes her life in her own hands, and notice that we talk about the second half of her life, the one, most of people believe, that everything is over. But not Chenia, she only just starts to discover the world around her with all her senses... Passion, love, longing, but also heartache, despair, remorse and jealousy. Suddenly she gets the whole spectrum of feelings and tries to manage them.
The narrative perspective is extremely artful. It's a kind of omniscient narrator, but it's Devorah, the youngest daughter of Chenia. The story starts befor Devorahs procreation, but nevertheless it's her telling us about the unwanted pregnancy and her own birth, abbout the efforts of her mother to loose her by abortion or to commit suicide, the extramarital affairs of her mother and how she discovers the joy of sex... Sometimes it's quite irritating to read about those intimate momentsfrom the perspective of her little daughter. But somehow that's the charme of this book. But also the jewish expressions, wich ones this book is peppered with, are a endearing detail.
Fact is: this book is one of those everyone should have read. It casts a spell over you from the first page on and won't let  you go. There are several books, 434 pages could be to much, but not this one. I even wished it would have more. It was such a joy of reading. I would suggest it to everyone, who loves to read very well written, exciting, but realistics stories...

by Charlene Lynch

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